
Alex Stein (mitte) übernahm die Siegerehrung und überreichte den Meistern, Rosi Stein und Martin Eder-März, die Pokale.
Verena Kaser war bereit für die Revanche: Wie auch letztes Jahr lautete das Finale der Damenvereinsmeisterschaft Kaser vs. Stein. In diesem Jahr hatten beide aber einen wesentlich längeren Weg ins Finale, was an der sehr erfreulichen Entwicklung des Damentennis liegt. Insgesamt zehn Damen nahmen am Turnier teil und kämpften in umkämpfte Partien um den Einzug ins Finale. Die Anfangshase war durch gegenseitiges Abtasten geprägt. Es dauerte jedoch nicht lange, bis die Ballwechsel länger wurden und das Risiko erhöht wurde. In teils sehr engen Spielen setze sich Rosi Stein im ersten Satz mit 6:3 durch. Der zweite Satz begann wie der erste aufgehört hatte.

Verena Kaser ging ins Risiko, doch Rosi Stein wehrte souverän alle Angriffe ab und konnte letztendlich durch ihr sicheres Auftreten auch den zweiten Satz dominieren und hatte beim Spielstand von 5:3 und 40:15 Spielball, den Verena aber nochmal abwehren konnte. Beim Stande von 40:30 und einer unglaublichen Ralley von ca. 50 Shots hatte Rosi am Ende den längeren Atem und ihr Longline-Vorhand Winner sicherte ihr die Titelverteidigung als Vereinsmeisterin.

Im Anschluss daran fand das Herrenfinale statt. Abteilungsleiter Martin Eder-März ließ es sich nicht nehmen und stand dieses Jahr wieder höchstpersönlich im Finale – sein Gegner Markus Stein ist inzwischen Stammgast hier und wollte seinen dritten Sieg in Folge einfahren. Beide hatten einige schwierige Matches mit diversen Champions-Tiebreaks bereits hinter sich, um in das Finale einzuziehen. Das Abtasten dauerte ziemlich lange und bei beiden Finalisten war die Anspannung und Nervosität spürbar, was sich auch durch viele Unforced Errors bemerkbar machte. Nach sieben Breaks in Folge holte sich Martin das erste Aufschlagspiel, auf welches Markus aber umgehend eine Antwort fand. Gegen Ende des ersten Satzes wurde das Level spürbar besser, die Ballwechsel länger und spektakulärer, das Risiko höher und die Emotionen heißer. Am Ende setze sich Markus im ersten Satz verdient mit 6:4 durch. Der zweite Satz ging ähnlich spektakulärer weiter und die Zuschauer wurden Zeuge, wie beide Spieler lauter wurden und sich schließlich den ersehnten Kampf lieferten. In extrem engen Punkten und Matches setze sich Martin am Ende knapp mit 7:5 durch. Die Folge war der gefürchtete und immer sehr fordernde Champions-Tiebreak, in dem die Punkte bis 10 ausgespielt werden. In extrem langen und spannenden Ballwechseln hatte Markus am Ende den längeren Atem und gewann spektakulär mit 10:8. Das bedeutet im Normalfall das Ende einer Partie, in diesem Fall gab es für Martin jedoch noch einen Strohhalm, an den er sich klammern konnte. Markus und Martin hatten sich bereits im Finale der Gewinnerrunde gegenübergestanden und in einem ebenfalls unfassbar knappen und hart umkämpften Spiel hatte sich Martin im Champions-Tiebreak durchsetzen können. Da der Turniermodus vorsieht, dass ein Spieler nur dann ausscheidet, wenn er zwei Mal verloren hat, mussten Martin oder Markus also noch einmal einen Champions Tiebreak spielen, weil beide bisher nur einmal verloren hatten. In diesen nun alles entscheidenden Ballwechseln schien Markus zumindest psychisch einen Vorteil zu haben, doch Martin blieb eiskalt.

Man konnte ihm anmerken, wie viel ihm dieser Titel bedeutet und er spielte wie entfesselt und setzte sich mit 10:4 durch. Das markierte das Ende eines wahnsinnig spannenden und hart umkämpften Finales, das alles geboten hatte, was ein gutes Tennismach braucht. Glückwunsch an die beiden Finalisten, die zu Recht dort standen und das anspruchsvolle Niveau im Oberndorfer Tennis präsentierten, und ein besonderer Glückwunsch an Martin zum Titelgewinn!

Im Anschluss schlüpfte Martin – wandelbar wie eh und je – wieder in die Rolle des Abteilungsleiters. Er resümierte die Saison mit den beachtlichen Ergebnissen der einzelnen Teams und sein besonderes Augenmerk lag darauf, dass die Tennisplätze fast jeden Tag vollkommen belegt waren und Tennis mehr als nur ein vorübergehender Boom ist.
Einige interessante Aspekte – wer hatte die meisten Punktspiele, wer die meisten gewonnen, wer war am öftesten im Training, wer war dieses Jahr erstmals im Punktspieleinsatz, etc. – ließ Martin die knapp 30 interessierten Teilnehmer in einem Quiz erraten.
In der Folge darauf fand die Abschlussfeier mit Grillen, Freibier und gemütlichem Beisammensein statt, welche zum Redaktionsschluss immer noch in vollem Gange war. An dieser Stelle nochmal herzlichen Glückwunsch an Rosi Stein und Martin Eder-März zum Gewinn der Meisterschaft! Das Tennisjahr 2026 war uns ein Fest!
Lukas Kölsch
