Sepp on tour – immer eine Reise wert


Für diese Reise hat sich das frühe Aufstehen wahrlich gelohnt, Sepp Brandl hat wieder einmal alle Register gezogen – hier ein kurzer Überblick über unsere Route:

Freitag Anreise nach Konstanz, sie ist mit knapp hunderttausend Einwohnern die größte Stadt am Bodensee und hat eine schöne Altstadt und eine sehr interessante Geschichte, von der wir in einer ersten Stadtführung viel erfahren haben. Der studierte Kunsthistoriker Daniel hat uns sicher alle Baustile vom Konstanzer Münster erläutert und hat mit interessanten Geschichten rund um das Konzil von Konstanz brilliert. Demnach waren damals auch jede Menge Frauen irgendwie beteiligt. Ins heutige Konzil dürfen deshalb auch Frauen, weil inzwischen ist es ein renommiertes Restaurant.


Kaum zu fassen sind die massiven Säulen und Balken aus Eichenholz im ehemaligen Konklavesaal.

Genächtigt haben wir im Hotel Halm, ein imposantes Gebäude mit einem noch imposanteren maurischen Zimmer, da haben wir gefrühstückt – oder frühgestückt?

Konstanz liegt ja bekanntlich auf der anderen, südlichen Seite des Bodensees, aber von Meersburg nach Konstanz, mit der Fähre ist das keine Affäre, haben wir festgestellt.

Am Samstag ging es nach Zürich, auch hier gibt es eine überraschend große und historische Altstadt, die uns mit einer Führung nähergebracht wurde, vorbei an 1289 Brunnen, die meisten davon mit Trinkwasser und vielen Fahnen von Zünften, 26 davon gibt es heute noch. Bei der anschließenden Schifffahrt auf dem malerischen Zürisee konnten wir die teure Goldküste und die noch viel teurere Platinküste bewundern. Auch in Küsnacht haben wir angelegt, aber weder Tell noch Gessler getroffen.

Am Sonntag hat sich der Großteil der Reisegruppe für die Fahrt zum Rheinfall in Schaffhausen und nach Reichenau entschieden und wurde mit tollen Eindrücken belohnt.


Ich dachte zunächst, der Rheinfall, das ist nicht mein Fall, aber es war dann doch kein Reinfall. Ein paar ganz mutige haben die Wanderung über den Rhein und die Rückfahrt mit dem Boot gewagt – und reingefallen ist niemand.

Weiter ging es mit dem Bus auf die Halbinsel Reichenau. Die Reiseführerin und Gemüsebäuerin Petra hat uns viel von Obst und Gemüse, Geschichte und Kultur erzählt und uns ein bisschen vom Müller-Thurgau kosten lassen.


Wenn die Petra nach Worten bezahlt worden wäre, hätte selbst unser gesamtes Schwarzgeld nicht ausgereicht, fürchte ich.

Am Montag haben wir quasi im Vorbeigehen auf der Heimfahrt noch schnell St. Gallen besucht – und es war ein Erlebnis!


Der St. Galler Stiftsbezirk gehört zum UNESCOWeltkulturerbe und das üppige Barockensemble samt Bibliothek und Kathedrale haben selbst Kulturmuffel unter uns in atemloses Staunen versetzt. Die spätbarocke Stiftkirche und die Stiftsbibliothek mit 170.000 (in Worten: hundertsiebzigtausend) Büchern und Deckengemälden, die denen in der sixtinischen Kapelle in nichts nachstehen, sind beeindruckend.


In der eingeplanten Zeit konnten wir leider nicht alle diese Bücher lesen, weil wir wollten ja alle wieder nach Hause. Aber für eine der berühmten Bratwürste haben wir dann doch noch Zeit gefunden.

Dort sind wir schließlich wie vom Sepp geplant auch wieder sicher gelandet.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Akribie und Weitsicht der Brandl Sepp für uns die Reiseziele und die Besichtigungsmöglichkeiten aussucht, erkundet und plant – eine ganz spezielles Bildungsprogramm, das noch dazu äußerst unterhaltsam und gesellig ist, dafür sorgt schon der Sepp mit seinen witzigen und hintersinnigen Hinweisen und Kommentaren – Danke dafür!!!

Hier noch einige Episoden und Kuriositäten:

Unsere Gruppe umfasste 24 weibliche und 22 männliche Ausflügler. Ob man bei den weiblichen Beteiligten von einer Jungfernfahrt sprechen kann, ist nicht belegt, aber für den Bus war es in jedem Fall eine Jungfernfahrt, weil der war nagelneu und hatte noch nicht einmal das Sturz-Logo drauf.

Dass nicht alle in die Schweiz wollten, belegt ein angemeldeter Teilnehmer, der sich praktisch in letzte Minute noch schnell einen Bänderriss geholt hat, nur um nicht mitfahren zu müssen – das ist Einsatz.

Die Schweiz wird ja oft auch als Land der Geldwäsche bezeichnet. Gleich zu Beginn unserer Fahrt berichtete der Sepp von zwei schwarzen Koffern, die ihm angeblich von der heimischen Unternehmerschaft mitgegeben worden sind, aber da waren dann doch nur die Headsets für alle drin.

Den zuhause vergessenen Geldbeutel hat der Sepp übrigens recht findig kompensiert: Immer wenn er Bargeld brauchte, hat er Wurstsemmel und Brezen eingekauft, diese mit der Karte bezahlt und in bar kassiert – auch eine Art von Geldwäsche.

Natürlich gab es – meist zu später Stunde – auch manch geistreichen und hintersinnigen Gedanken:

Der Bodensee hat eine Tiefe von 151 Metern, keine Wunder, dass ich da keinen Boden seh´, meinte einer.

Kann ich mit meiner Übergangjacke eigentlich durch die Unterführung, fragte sich so manche Modebewusste.

In Anbetracht der großen Menüauswahl im Restaurant Konzil hat ein erfahrener Gourmet gemeint, die saure Leber nehme ich nicht, die kann ich mir auch antrinken.

Die Christl hat hierzu ihre ganz eigene Methode gefunden, sie hat sich ein Achterl bestellt, es dann aber geschafft, stattdessen gleich drei Viertel zu bekommen.