Sandra und die Mainzelmännchen

Was hat jetzt unsere Geistliche Beirätin Sandra Pongratz mit den Mainzelmännchen zu tun, könnte man fragen angesichts dieser Fotos.


Nun, mit dem Schlauen Det hat sie schon einige Gemeinsamkeiten, aber konkret geht es hierbei um den ZDF-Fernsehgottesdienst in der Kirche Maria Himmelfahrt in Schwindkirchen am Sonntag, 10. Oktober. Zelebriert hat der Pfarrer von St. Wolfgang, Dekan Martin Ringhof, der Gottesdienst stand unter dem Motto: „Du bist unverzichtbar“.


Das Evangelium war das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl, bei der die Geladenen nicht kommen wollten, und daraufhin alle eingeladen wurden. In seiner Predigt verdeutlichte Dekan Ringhof, die Einladung zur persönlichen Beziehung zu Gott trifft jeden, sie steht auch für die persönliche Verantwortung; jeder ist wichtig, jeder ist unverzichtbar.
Sandra hat sich in der Meditation zur Kommunion direkt an die Fernsehzuschauer gewandt und ein gemeinsames Bittgebet gesprochen. Im Abspann nach dem Gottesdienst gab sie noch einen Hinweis auf das Zuschauer-Telefon.
Der Beitrag ist derzeit auf der ZDF-Mediathek:
https://www.zdf.de/gottesdienste/gottesdienste-104#focus=katholischer-gottesdienst-646

Zum Werden und der Geschichte dieses Großereignisses berichtet die Sandra:
Überwältigende Zuschauerresonanz aus ganz Deutschland auf ZDF-Fernsehgottesdienst
Jeden Sonntag kann man um 9.30 Uhr im ZDF einen Gottesdienst mitfeiern. Mitte Oktober erfolgte die Übertragung aus Schwindkirchen: 45 Minuten Live-Übertragung bedeuteten einen Vorlauf von fast 2 Jahren und eine intensivere Vorbereitung in den letzten 4 Monaten.
Angefragt wurde unser Pfarrverband durch die deutsche Bischofskonferenz – und dann ging es los:
Zuerst ein Check in unserem Pfarrverband, um sich alle Kirchen anzuschauen und die Wahl fiel auf Mariä Himmelfahrt in Schwindkirchen. Sie war gerade groß genug für all die benötigte Technik einer Live-Übertragung. Danach Besuche der Redaktion, der Ton-, Licht- und Bautechniker, des Regisseurs und der Kameraleute. Bald wurde uns klar: das wird eine größere Geschichte. Wichtigste Aufgabe: Wo parken die 5 großen Übertragungs- und Technik-LKWs und wo bekommen wir genügend Strom her? Es war nicht so einfach, die zahlenmäßig sehr begrenzten Mitwirkenden im Chor, bei den Ministranten und den Lektoren auszuwählen. Pfr. Martin Ringhof gestaltete den Ablauf mit Predigt, Chorleiter und Organistin wählten die Lieder aus, ich durfte die Kommunionmeditation und die Ansage formulieren. Jedes Wort, jeder Standort und jede Sekunde wurden in einem Drehbuch akribisch festgelegt. Freitag und Samstag vor der Ausstrahlung wurde der Gottesdienst zweimal mit Kameras, Ton- und Lichttechnik geprobt und besprochen, bevor wir zur letzten Probe den Gottesdienst mit der Gemeinde feierten. Obwohl die Generalprobe sehr gut geklappt hatte, waren wir am Sonntag schon sehr aufgeregt. Neben den 150 Mitfeiernden vor Ort, waren ja eine halbe Million Fernsehgeräte zugeschaltet. Außerdem mussten wir fast alle Texte auswendig können, da wir ja in die Kameras schauen sollten, um einen Kontakt zu den Zuschauer*innen herzustellen.
Alle Beteiligten waren sehr erleichtert, dass dann doch alles so gut geklappt hat und wir viele positive Rückmeldungen bekommen haben. Besonders bewegend waren die 500 Anrufe, die ein Team von 20 Personen vor Ort bis 18.00 Uhr abends entgegengenommen hat. Die – ausschließlich älteren – Anrufer aus ganz Deutschland waren überwiegend begeistert vom Gottesdienst und haben sich sehr darüber gefreut. Es war uns nicht bewusst, wie wertvoll diese wöchentliche Übertragung der Gottesdienste für die Menschen ist, die alleine sind oder nicht mehr an den Feiern vor Ort teilnehmen können. Auch für unser Team war es rückblickend eine große Bereicherung, das Abenteuer Fernsehgottesdienst mit so viel positiven Erfahrungen und Rückmeldungen erleben zu dürfen.
Sandra Pongratz